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Gesellen- und Meisterstücke
einst und jetzt |
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Das »Museum im Malhaus« hat in
diesem
Jahr 34 Wasserburger
Handwerker
zu Gast. Sie reprä-
sentieren insgesamt
22 Hand-
werke die im Dorf noch ausgeübt
werden. Mit Gesellen- und Meis-
terstücken
will die Sonderaus-
stellung Vielfalt, Fertigkeiten
und
Meisterschaften handwerklicher
Fähigkeiten vorstellen. Manches
existiert nicht mehr, weil es z.B.
an
der Meisterschule wieder de-
montiert
wurde, weil es im Ge-
brauch kaputt ging,
oder ganz
einfach, weil es nach der Herstel-
lung
aufgegessen wurde, wie bei
Bäcker und Metzger. Die Ausstel-
lung
versucht dann durch ent-
sprechende
Beispiele und Fotos
das Besondere dieses
Handwerks
zu zeigen.
Handwerkliche Fähig-
keiten bestimmten
in den ver-
gangenen Jahrhunderten
viel
stärker das tägliche Leben als in
unseren Tagen, wo das Handwerk
etwa
10 Prozent des Brutto-
inlandsproduktes
erwirtschaftet
und etwa 15 Prozent der
Arbeits-
plätze sichert. Zum Verständnis
des Handwerks gehört ein Blick in
die
Geschichte:
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Sonderausstellung im »Museum im Malhaus« |
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Der Schuhmacher |
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Der Maurer |
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Der Schreiner |
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Die Zünfte Heute noch verbin-
det man mit
dem Handwerk die
ständische
Organisation der
Zünfte (mittelhochdeutsch
zunft
= Regel).
Bereits im 5. Jahr-
hundert gibt es
Aufzeichnungen
von solchen Vereinigungen
der
Handwerker und
Kaufleute in
Italien. Bei uns sind
ähnliche
Organisationsstrukturen
erst im
11./12. Jahrhundert
bekannt. Es
waren die Städte, in
denen sich
zuerst Handwerkerfamilien
zu-
sammenschlossen.
Zunftord-
nungen legten die Voraussetzung
für eine Mitgliedschaft
fest. Eine
wesentliche Rolle
spielten von
Anfang an die |
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Bestimmungen zur Ausbildung
von Lehrlingen und Gesellen,
zur
Arbeitszeit und zu wirt-
schaftlichen
Fragen, wie Sorge
für standesgemäßes
Einkommen
der Meister,
Entlohnung von
Lehrlingen
und Gesellen. Ange-
messene Preise
sollten Ver-
braucher schützen,
aber auch
übermäßige Bereicherung
ver-
hindern und wirtschaftlich
Schwache stützen. Zur Wahrung
der Berufs- und Standesehre
wurden Zunftgerichte einge-
richtet.
Die Zünfte waren Gemein-
schaften,
die nicht nur wirt-
schaftlich
sondern auch gesell-
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schaftlich, geistig und religiös
das Leben der
Bürger bestimm-
ten. Äußere Zeichen
waren
Zunfthäuser, prunkvolle
Zere-
monielle mit Zunftpokalen
und
Zunftladen. In der
Ausstellung
sehen Sie 2
schmiedeeiserne
Laden von den
Schmieden Groh
und Stadler für
die eine solche
Lade Vorbild war. |
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Der Metzger |
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Der Buetner |
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Der Beck |
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Die Geschichte der Zünfte ist
eng
mit der Entwicklung der
Reichsstädte,
wie unserem Nach-
barn
Lindau, verbunden. Bis ins
14.
Jahrhundert stellten Patrizier
die
Stadtregierung, erst danach
konnten die Zünfte ihre Beteili-
gung
durchsetzen. In Lindau
wurden
zum 1. Mal in der Oster-
woche
1345 die Obleute der 8
Zünfte
(Fischer, Rebleute,
Binder, Bäcker,
Metzger,
Schneider, Schuhmacher
und
Schmiede) vollwertige
Rats-
mitglieder. |
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Nahezu 6 Jahrhunderte bestimm-
ten
die Zünfte die handwerkliche
Ordnung. Dem Glanz der Zünfte
in
der Blütezeit des 15. und 16.
Jahrhunderts
steht aber auch die
wirtschaftlich
oft bedrückende
Lage
der Lehrlinge und Gesellen
gegenüber,
die, anders als ihre
Meister,
nicht Vollmitglieder
einer Zunft
waren. Bereits im 14.
Jahrhundert
schlossen sich daher
Gesellen zu
Bruderschaften zu-
sammen die
auch Arbeitskämpfe
zur Besserung
ihrer Lage
führten. |
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Erst im 16. Jahrhundert entstand
in Deutschland, als Ausfluß der
Reformationskriege, eine über-
geordnete
Handwerksgesetz-
gebung,
die 1731 zur Reichs-
handwerksordnung
und Be-
schneidung
der Selbständigkeit
der Zünfte
führte. Bis dahin war
über die
Hälfte der städtischen
Bevölkerung
in das zünftische
Ordnungssystem
eingebunden.
Der ländliche
Raum war land-
wirtschaftlich
geprägt. Bis zur
Neuzeit war die
Wirtschaft zu 90
Prozent von der
Landwirtschaft
bestimmt.
Handwerke wurden
auf
dem Land in der Regel als
bäuerliches Hausgewerbe
be-
trieben, so wie wir es in
Wasser-
burg noch bis ins
letzte Jahr-
hundert beobachten
können. Bis
Ende
des 18. Jahrhunderts ent-
standen
55 Zunftordnungen
die
fast alle Handwerke
umfassten.
Ausdrücklich galten sie
zum 1.
Mal über die Städte
hinaus auch
für die
Dörfer. In einer fugger-
schen
Gerichtsakte ist für
Was-
serburg anfang des 18. Jahr-
hunderts
die
Zunftbruderschaft
der Bäcker, Müller und
Metzger
dokumentiert. Anlass
war der
»Bäckerkrieg« von
1720/21. Der Zunftmeister Hans
Stadler
von Mitten verlangte vom
fuggerschen Oberamtsmann
Mösl
das Strafrecht im Streit um
die
Bäckergerechtigkeit
(Backrecht)
des in Nonnenhorn
1707 zugezogenen
Christoph
Meith. Dieser
Meith war durch
die gute Qualität
seiner Back-
waren nicht nur
zur großen
Konkurrenz der insgesamt
14
Bäcker in der Herrschaft
Was-
serburg geworden, sondern er
belieferte auch noch umliegende
montfortische Dörfer. 3 Kon-
kurrenten
warfen ihm Unregel-
mäßigkeiten
vor, so u.a. daß er
ständig
auswärts sein Getreide
mahlen lasse und nicht, wie es
Vorschrift war, in einer der bei-
den
herrschaftlichen Mühlen zu
Bettnau
und auf dem Bühel. Der
Streit
ging mehrfach von der
Zunft zum
herrschaftlichen Ge-
richt, weil das
Oberamt der
Zunft kein Strafrecht
zuer-
kannte. Am Ende des Streits
bestätigte Graf Eustach Fugger
die Backgerechtigkeit des Meith.
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Küfer J. Boger (Mitte) »auf der Walz« in Cannstadt anfang 20er Jahre
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Zimmerei Stohr Wasserburg 30er Jahre |
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Die Innungen (althochdeutsch innon = in einen
Verband auf-
nehmen)
Ende des 18. Jahr-
hunderts geriet
das Handwerk
zunehmend in
Konflikt mit den
aufkommenden Fabriken, |
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es verlor Wirtschaftskraft
und vor allem gut ausgebildete
Fachkräfte. Es begann mit
dem Weberhandwerk und der
aufstrebenden Textilindustrie.
Erst um 1830 wurde mit neuen
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Gewerbeordnungen die Tren-
nung von Handwerk und Indu-
strie vollzogen. Einen gravier-
enden Einschnitt und damit die
Auflösung der Zünfte, bedeutete
1868 in Bayern die Einführung |
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Der Balbierer |
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Der Schmidt |
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Der Schneider |
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der vollen
Gewerbefreiheit.
Landflucht, Mangel an Fach-
personal
und sinkende Produkt-
qualität waren die Folge.
Obwohl
der Staat 1871 mit der Einführ-
ung der
deutschen Gewerbe-
ordnung korrigierend eingriff,
wurde auf Betreiben Großbri-
tanniens 1887 der
Warenauf-
druck »Made in Germany« als
Kennzeichnung
minderwertiger
deutscher Ware eingeführt.
Bis
die staatlichen Maßnahmen grif-
fen dauerte es
bis zur Jahrhun-
dertwende, als »Made in Ger-
many«
zum positiven Marken-
zeichen aufgestiegen war.
1897
wurden mit dem Erlaß von Hand-
werksgesetzen
Handwerks-
kammern und Innungen einge-
führt,
die wieder fachliche Quali-
fikationen, Ausbildungsstandards
und Qualitätskontrollen vor-
schrieben.
1900 wurde die Hand-
werkskammer für Schwaben –
Neuburg in Augsburg gegründet,
mit Stadt und Land umfassenden |
|
Innungen. Trotz der beiden Welt-
kriege und der Zeit des 3. Rei-
ches hat sich diese Struktur nicht
wesentlich verändert. Zur Kreis-
handwerkerschaft Lindau ge-
hören heute 11 Innungen
(Bäcker, Bau, Elektro, Fleischer, |
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Frisör, Kfz, Maler und Lakkierer,
Metall, Sanitär, Schreiner und
Zimmerer). Diesen Innungen ge-
hören auch unsere ausstellenden
Handwerker an. |
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Wagnermeister Anton Schäfler (jetzt Scheidig), 40er Jahre |
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Die Lehrzeit Mit 14 Jahren kon-
nte eine Lehre
begonnen wer-
den. Voraussetzung
war: ehe-
liche Geburt und »ehrliche«
Herkunft. Söhne von Vätern
mit
unehrlichen Berufen (Stadt-
knechte,
Totengräber, Nacht-
wächter
usw.) hatten keine
Chance.
Selbstverständlich war
die
Zugehörigkeit zu einer christ-
lichen
Religion. Das bedeutete,
daß Juden ausgeschlossen
waren.
Ein Meister durfte nicht
mehr als
2 Lehrlinge gleichzeitig
ausbilden.
Nach einer Probezeit
von 2
bis 4 Wochen erfolgt das
»Einschreiben« im Lehrlingsbuch
oder
der Lehrlingsrolle. Dort
wurden
Dauer der Lehre, im Re-
gelfall 3
Jahre, Höhe des Lehr-
geldes, Kost
und Logis festge-
halten. Dem Meister
oblagen
Ausbildung und
Erziehung. Am
Ende der Lehrzeit
fand eine
mündliche Prüfung
statt. Danach
wurde der Lehrling
vom Meister
»los«-gesprochen.
Diese Lossprechung wurde mit
dem »Ausschreiben« im Lehr-
lingsbuch dokumentiert. |
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Wanderbuch des Schuhmachers Fritz Feneberg |
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Natürlich wurde das Ende der
Lehrzeit gebührend gefeiert. Mit
der symbolischen »Taufe« mit
Wasser oder Wein wurde der
Neue in eine Gesellen- oder Bru-
derschaft aufgenommen. Deren
wesentliches Anliegen waren Ar-
beitsvermittlung und Absicherung
wandernder Gesellen.
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Die Gesellenzeit
Die Gesellenzeit war der Über-
gang zur Meisterschaft. Die An-
forderungen der Meisterprüfung
bestimmten die fachliche Aus-
bildung. Die wichtigste Regel war
die Pflicht zur Wanderschaft, die
zumeist auf 3 Jahre angesetzt
war. Meist zog man zu zweit |
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über Land. Vom bisherigen
Mei-
ster bekam der
Geselle eine Ar-
beitsbestätigung,
die sog.»Kund-
schaft« mit. Sie war auf der
ersten Arbeitsstelle vorzulegen.
Anfang des 19.
Jahrhunderts
wurden diese
Arbeitsbestäti-
gungen
durch das Wanderbuch
ersetzt, das die Wanderschaft
dokumentierte. – In
der Ausstel-
lung liegt das
Wanderbuch des
Schuhmachers
Feneberg aus.
Förmliche Verträge über
Arbeits-
dauer und Lohn gab
es nicht.
Das mündliche
Versprechen um-
fasste Anzahl der
Wochen, die
der Geselle beim
neuen Dienst-
herrn arbeiten wollte
und den
Wochenlohn. Eine
Besonderheit
war der »gute« oder
»blaue«
Montag, an dem sich die
Gesel-
len trafen, gemeinsame
Ange-
legenheiten besprachen und
neue Gesellen begrüßten. In
Augsburg war dieser Montag
lange
auch der Badetag der Ge-
sellen.
Diese Gesellentreffen
waren, vor allem in den Städten,
weit verbreitet und gaben wegen
ausufernden Feiern immer
wieder der Obrigkeit Anlass zu |
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Schmiedemeister Johann Gerber 1958 |
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Verboten. Die Sprüche »Blau
machen« und »Blauer Montag«
gehen auf die negativen Vor-
kommnisse zurück. 1828 wurde
die Pflicht zur Wanderschaft auf-
gehoben. Für manche Handwer-
ker, wie die Zimmerleute, blieb
sie bis in unsere Tage als Brauch
erhalten. |
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Die Meisterschaft
Der Geselle meldete sich bei sei-
ner Zunft zur Meisterprüfung.
Voraussetzung: der Besitz des
Bürgerrechts und bisheriger Leb-
enslauf, Lehre und Wanderschaft
waren »ordnungsgemäß« und
der zugelassene Geselle mußte
1 Jahr – das »Mut«-jahr bei ein-
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Küfer Willi Boger
(rechts) beim
Ausbrennen eines
»Lachenfasses« Anfang 50er Jahre |
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em Meister nachweisen. Die Mei-
sterprüfung begann mit der Be-
zahlung des Meistergeldes und
der Aufgabe, ein
bestimmtes
Meisterstück
zu fertigen. Mat-
erialvorbereitung
und Arbeit am
Meisterstück waren selbständig
auszuführen. Ein
Zunftmeister
hatte die
Arbeit zu kontrollieren
und das fertige Stück
abzuneh-
men. Den
Abschluß bildete eine
mündliche Prüfung.
Nach erfolg-
reicher Prüfung
erfolgte die Ein-
schreibung
ins Meisterbuch.
För-
mliche
Meisterbriefe wurden
erst
ab 1828 in der neuen
Gewerbe-
ordnung vorgeschrieben.
Der
»Jungmeister«
durfte erst nach
3 Jahren Berufspraxis
Lehrlinge
ausbilden. Heute
werden Mei-
sterbriefe im
Regelfall nach dem
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Bootswerft Minn,
40er Jahre |
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Besuch einer zentralen Meisterschule erwor-
ben. Die Herstellung eines Meisterstückes
wird nur noch von wenigen Handwerkern ge-
fordert. Die Neugliederung des Handwerks
durch die Änderung der Handwerksordnung
zum 1. Januar 2004 brachte einen gravier-
enden Einschnitt zur Meisterpflicht. War sie
bisher für 94 Handwerke vorgeschrieben,
gilt sie jetzt nur noch für 41 zulassungs-
pflichtige Handwerke. Für die übrigen 53 be-
darf es keiner Ausbildung, keines Gesellen-
briefes und eben auch keines Meisterbriefes.
Zur Förderung von Kleinunternehmen dürfen
sich Gesellen auch ohne Meisterbrief nach
6-jähriger praktischer Tätigkeit selbständig
machen. Durch diese Änderung der Hand-
werksordnung können wir die Ausstellung
von Gesellen- und Meisterstücken und der
entsprechenden Gesellen- und Meisterbriefe
schon fast historisch nennen. In Zukunft
entfällt bereits für 5 der ausgestellten 22
Handwerke, nämlich Fliesenleger, Schneider,
Schuhmacher, Küfer und Fotograf die Mei-
ster-Voraussetzung und damit die Fertigung
eines Gesellen- oder Meisterstücks. Erfreuen
wir uns deshalb besonders an der Vielfalt
handwerklicher Kunst in unserem Museum
auf der Halbinsel Wasserburg. Wir bedanken
uns für die Unterstützung der Ausstellung bei
den Handwerkern, bei der Kreishandwerker-
schaft Lindau und bei der Handwerkskammer
für Schwaben in Augsburg. Wir freuen uns
auf Ihren Besuch. |
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Schreinermeister Karl Zapf (1881-1930)
mit Mitarbeiter, ca. 1910 |
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Erich Seitz
Museumsleiter |
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Meisterstück von Peter Hämmerle, 1995 |
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